Überblick

Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt „OHNE UNS!“ zeigte vom 24. September 2009 bis zum Frühjahr 2010 Arbeiten von mit Dresden verbundenen Künstler/innen, die sich während der Zeit der DDR den gängigen Karrierewegen enthalten haben, Freiräume für sich oder andere, innerhalb oder außerhalb von Institutionen eröffnet, ihre künstlerischen Ideen über verordnete Leitbilder gestellt und dafür auch Nachteile in Kauf genommen haben. Die Ausstellung konzentrierte sich auf Dresden und auf die bildende Kunst, bezog aber auch den Austausch mit anderen Städten und die Interaktion mit anderen Genres ein.

Am herausragenden Echo auf die Künstlerdemonstrationen im Herbst ´89 in Dresden und Berlin wird die Bedeutung erkennbar, die den Künsten in gesellschaftspolitischer Hinsicht in der DDR zugefallen war. Darum standen ihre Rolle als eine kulturelle Voraussetzung für die Erfolge der politischen Opposition in der DDR, ihr Beitrag zur friedlichen Revolution im Herbst 1989 sowie die Transformation damals wichtiger Fragestellungen in die heutige gesellschaftliche Situation im Fokus des Projektes.

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Im Dokumentationsteil (Wegweiser rechts) finden Sie teils ausführliche Erläuterungen zu den einzelnen Teilausstellungen, zahlreiche Fotos und Zusatzinformationen zu den gezeigten Werken. Der Rest dieser Webseite ist als Archiv im ursprünglichen Zustand erhalten. Das während der Projektzeit geführte Blog dient als Chronik der zahlreichen ergänzenden Veranstaltungen und informiert über Pressebeiträge und Debatten, die durch das Projekt ausgelöst wurden.


Einzelausstellungen

Prager Spitze

An diesem Ort zeigten nonkonforme KünstlerInnen Werke, die von Anfang der 1950er bis Ende der 1980er Jahre entstanden. Wesentliche Arbeiten und Werkgruppen sind dabei erstmals in Dresden zu sehen – wie die 12teilige Figurengruppe „Society apokalyptisch“ des Bildhauers Hartmut Bonk. Die ausgewählten Positionen umfassten alle Genres und wurden durch zeitgenössische Arbeiten kontextualisiert.

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Zum Ausstellungsexkurs “Hab ich Euch nicht blendend amüsiert? – Weibliche Subversionen in der späten DDR-Kunst“

Installation “Im Kommen” im “Wiener Loch” (Baugrube am Wiener Platz)

Motorenhalle

Der Ausstellungsteil von »Ohne Uns!« in der Motorenhalle konzentrierte sich auf Arbeiten der Generation der zwischen 1951 und 1956 geborenen Künstler. In ihren figurativen Gemälden und Plastiken sind die Themen dieser Zeit, die von Ausreiseerlebnissen bzw. der Erfahrung der Inneren Emigration geprägt sind, bildhaft geworden.

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Rundgang mit der Co-Kuratorin und Kunsthistorikern Gwendolin Kremer: Teil 1 , Teil 2

Gedenkstätte Bautzner Straße

An einem elementaren Ort staatlicher Repression – der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der Bezirksverwaltung des MfS – reflektierten Künstler das Thema „Kunst und Macht“. Mit einer Performance der Frauengruppe um Gabriele Stötzer, die am 4. Dezember 1989 in Erfurt die Staatssicherheitszentrale gestürmt hatte, wurde dieser Teil eröffnet.

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Erläuterungen und Kommentare zu den gezeigten Arbeiten von Kurator Frank Eckhardt – auch als pdf

Lichthof im Rathaus

Im Lichthof wurde am 7. Oktober 2009 der vierte Teil der Ausstellung eröffnet: Gezeigt wurde eine Informations-Installation, die über die Rahmenbedingungen der künstlerischen Alternativkultur in Dresden Auskunft gab. Der Ausstellungsteil komplettierte die künstlerischen Positionen mit Fotos, Archivalien und bislang noch nie gezeigten Dokumenten aus Dresdner Privatarchiven.