Der Saxophonist Michel Doneda improvisiert im Zellentrakt des ehemaligen Untersuchungsgefängnis der Stasi (Gedenkstätte Bautzner Straße, aufgenommen am 24. Oktober 2009)


Für das Dresdner Stadtmagazin SAX (11/2009, S.30) hat Bernhard Theilmann unsere Ausstellungen gesehen. Der Text enthält allerlei Für und Wider, ist aber, wie bei Publikationen aus Dresden üblich, nicht online. Daher beschränken wir uns auf die Wiedergabe des freundlichen Fazits:

Die Ausstellungen, exzellent aufgebaut, sind nicht nur Dokument, was es im Osten gab; sie breiten auch, wie mit legerer Handbewegung ausgebreitet, ein klein bißchen von dem aus, was es an Klasse in dem kleinen Land hinter der Mauer gab.


‚Bruch-Zonen. Das Prinzip Osten’ präsentiert:
Di 3.11 | 20 Uhr | Konzertkeller des riesa efau
Lesung: Milena Oda – “Der Neinsager”

Nach ´89 war im “Ostblock” wirklich keiner frei, weder in Kopf noch im Herzen. — Der Held der Erzählung “Der Neinsager” verbrachte unschuldig 17 Jahre im Gefängnis. Seine ganze Persönlichkeit wurde auf eine Nummer reduziert, durch die unmenschlichen Verhöre und Lügen verneint. Der Neinsager versucht emotional von seiner verlorenen Vergangenheit Abstand zu nehmen. Kann er das schaffen? Und wie, wenn er die Sprache spricht, die die Verlogenen mit ihm gesprochen haben und die er immer noch hören muss?

milenaoda
Milena Oda, geboren in Jicín (CZ), gehört zu einer jungen tschechischen Literaturszene, die sich immer wieder durch ästhetische Überraschung und Innovation auszeichnet, sich dabei aber stets auch gesellschaftspolitisch einmischt und positioniert. Sie schreibt Prosa, Theaterstücke und Essays, zudem ist sie als Übersetzerin tätig. 2007 war sie nach Klagenfurt zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb eingeladen, ihr Prosatext ‚Piquadrat’ erschien als bibliophiles Kunstbuch (in Zusammenarbeit mit Andreas Hegewald) beim Verlag Buchenpresse Dresden. Das besondere bei ihr: sie ist eine tschechische deutschsprachige Schriftstellerin, die in Berlin lebt; ihr Schreiben ist von zwei Sprachen und Ländern geprägt.

Ich bewege mich in Mitteleuropa. Da ich ein Auto habe, bin ich schnell da und schnell wieder zurück. Ich habe keine Grenzen mehr im Kopf. Die gab es vielleicht noch vor zehn Jahren, aber die wurden abgeschafft schon bevor die EU da war. Die Bewegung ist für mich ganz natürlich.


Mi 4.11. | 20 Uhr | Prager Spitze | Vortrag

Bildende Kunst und Gegenkultur in Dresden Part II (1971-1990)

Der zweite Vortrag von Paul Kaiser behandelt die facettenreiche Kunstszene in Dresden und thematisiert Künstlergruppen („Lücke“ bis „Gruppe Meyer“), inoffizielle Privatgalerien („Kellergalerie“ bis „fotogen“) sowie wichtige Aktionen („Intermedia I“ bis „Frühlingssalons“).


Sa 7.11. | 16 Uhr | Motorenhalle

Kunstgespräch mit Gwendolin Kremer

Über die Bedeutung der Farbe in frühen Gemälden von Cornelia Schleime, Ralf Kerbach, Reinhard Sandner und Wolfram Adalbert Scheffler.

Künstliche, grellbunte Farbigkeit: die ersten Gemälde des Chemnitzer Malers W.A. Scheffler Anfang der 1980er Jahre wollten Affront und Provokation zugleich sein. Die von Schleime, Kerbach und Sandner verwendete Farbpalette aus dieser Zeit könnte in ihrer Materialität hingegen als ›arte povera‹ durchgehen: Bildträger aus Leinwand, Rupfen und Fließ sowie die verwendeten Malmittel – wie Tusche und Sand bei Schleime – zeugen von den Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Künstlermaterialien in realsozialistischen wie später in kapitalistisch geprägten Verhältnissen. (Text: Gwendolin Kremer)


Sa 7.11. | 20 Uhr | Prager Spitze

Puppenspiele ohne Puppen | Shisa und Lato – Kora Kara

Das Stück “Shisa und Lato” erzählt die märchenhafte Geschichte von der schönen Shisa, dem Helden Lato und dem bösen Krähquepp. “Kora Kara” führt uns auf der Suche nach einer mysteriösen Dame durch die blühende Heimatlandschaft, wo wir den Startschuss in die große Knusperlust hören.

Richaâârd (Richard Mansfeld) agiert gestisch und mimisch vor seinem Publikum. Sabine Grüner begleitet am Cello.

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