Und nochmal “Ohne Uns” im ND…

…in dieser lesenswerten Besprechung von Sebastian Hennig, die sich wohlwollend mit dem Konzept der Ausstellung und eher kritisch mit den Exponaten und ihrer Haltbarkeit auseinandersetzt – Hennig ist sicher nicht der größte Freund eher postmoderner Ausdrucksformen – und am Ende zu einem Abstecher ins Grundsätzliche aufbricht:

Heute trägt diese Generation zum Teil selbst Verantwortung, und die nachwachsenden Nonkonformisten haben eine Sprachlosigkeit, für die noch kein Wörterbuch verlegt ist. Die Zukunft wird zeigen, ob öffentliche und inoffizielle Kultur noch ebenso fast organisch auseinander hervortreiben können. Der Kunstfeind Nummer Eins ist immer der Banause. Und politische Verhältnisse können ihn zum Entscheidungsträger werden lassen, jederzeit.

In der Prager Spitze vorbeigeschaut hat auch Michael Bittner von der Dresdner Lesebühne saxroyal und in seinem Blog ein paar Gedanken dazu aufgeschrieben:

Indem die Ausstellung löblicherweise nicht mit dem Mauerfall endet (und auch osteuropäische Künstler zum Vergleich heranzieht), kann sie sichtbar machen, dass Unangepasste in jedem politischen System versuchen, gegen den Zwang der Gewöhnlichkeit anzugehen. Zugleich zeigt sich, dass die künstlerischen Themen sich durch den Systemwechsel weniger stark verändert haben als man vermuten könnte: Kritik an Bürokratie und Leistungswahn, Umweltverbrauch und öffentlicher Überwachung scheinen nach wie vor aktuell. Wer in der Opposition der DDR vom besseren Sozialismus träumte, für den bedeutete der real existierende Kapitalismus ein eher böses Erwachen.

Comments are closed.