Filmprogramm – Jürgen Böttchers Dresden-Filme

Mi 14.10. | 20 Uhr | Motorenhalle

Große Filme der DEFA? Gelungene Filmkunstexperimente unterm verhangenen Kinohimmel des sozialistisch-realistischen Sparprogramms? – Ja, so kann man sie sehen, die „kleinen“ Filmarbeiten des Jürgen Böttcher. Gedacht waren sie als Vorfilme, als Beiwerk fürs „große“ Kino. Mit einer Mischung aus subversivem Stachel und heiligem Ernst hat sie der Regisseur einst realisiert (und dabei ein paar Verbote einkassiert). Tja und heute: Retrospektiven allerorten. Verehrung für den maitre. Europaweit. Drei Filme des enfant terrible Jürgen Böttcher, allesamt in Dresden zwischen 1961 und 1985 entstanden.

Die Filme:

Drei von vielen – 1961 (32 min)

Drei Freunde, drei junge Arbeiter, die bei Böttcher in Dresden Kunstunterricht nehmen, werden porträtiert. Nach der wegweisenden Bitterfelder Konferenz: ein Trio mit Schauwert für den Arbeiter- und Bauernstaat. Eigentlich. Doch etwas stört die Genossen.

Rangierer – 1984 (21 min)

Ein Bild/Klang-Kunstwerk, aus der Choreografie eines sozialistischen Arbeitstags herausgeschält. Monumental, zyklisch, Sisyphos im Gleisbett.

Kurzer Besuch bei Hermann Glöckner – 1985 (32 min)

Ein Besuch unter Kollegen: Der Maler hinter der Kamera zu Gast bei dem 96jährigen Künstler und Konstruktivisten Hermann Glöckner.

(Text: Nils Werner, ausführliche Vorschau hier)


Kulturtipp beim Deutschlandradio (mp3, 2 MB)

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