Ausstellungseröffnungen am 23./24. September

Mi 23.9. | 20 Uhr | Gedenkstätte Bautzner Straße

Am Abend des 23. September wird das Projekt “Ohne Uns!” in der Gedenkstätte Bautzner Straße mit einer Performance von fünf Frauen eröffnet, die 1989 das Ende der Ära des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit einleiteten:

Der 4. Dezember 1989 wurden in Erfurt als erster Stadt der DDR das zentrale Staatssicherheitsgebäude und andere Einrichtungen der Staatssicherheit auf friedliche Weise besetzt. Der einzigartige Akt löste eine DDR-weite Besetzung aller Einrichtungen der Staatssicherheit und ihre Auflösung aus, was das Ende der sozialistischen Diktatur bedeutete.
Auslösender Faktor war das beherzte Vorgehen von 5 Frauen: Kerstin Schön (Rakuna), Sabine Fabian, Claudia Bogenhard, Petra Büchner und Gabriele Stötzer (ehem. Kachold). Sie tauchten in der Ratsversammlung auf und verkündeten die Besetzung, riefen die Betriebe zum Generalstreik auf, schlossen sich kurz mit den alternativen Kräften, informierten die Presse, brachten die Staatsanwälte dazu mit in die Stasizentrale zu gehen und konnten mittags in das von Menschenmassen umstellte Gebäude eindringen, das sie nicht mehr verließen.
Die aus der Not der Zeit geborene, gut konzipierte und konsequent durchgeführte Besetzung der Stasi wird Gegenstand und Ausgangspunkt der Performance sein. Die authentischen Frauen von 1989 werden mit Körper, Sprache, rituellen und filmischen Mitteln die Vision und den Anspruch auf Veränderung von damals neu formulieren. In der Wiederholung entsteht eine andere Form von Bewußtwerdung.

Es sprechen:
Lothar Klein – Leiter der Gedenkstätte Bautzner Straße
Frank Richter – Direktor der Landeszentrale für politische Bildung
Frank Eckhardt – Kurator “Ohne Uns!”


Do 24.9. | 19.30 Uhr | Prager Spitze
Do 24.9. | 21 Uhr | Motorenhalle

Am 24. September geht es mit den Vernissagen der Ausstellungsteile in der Prager Spitze – wo auch der Exkurs “Hab ich euch nicht blendend amüsiert” beherbergt ist – sowie in der Motorenhalle weiter. Den Transport zwischen den Veranstaltungsorten übernimmt im Pendelbetrieb zwischen Postplatz, Hauptbahnhof (Prager Spitze) und Bahnhof Mitte (Motorenhalle) eine TATRA-Museumsbahn des Straßenbahnmuseums Dresden. (Wir danken für die freundliche Unterstützung.)

Sprecher
Manfred Wiemer – Leiter des Amtes für Kultur und Denkmalschutz Dresden
Frank Eckhardt – Kurator “Ohne Uns!”
Paul Kaiser – Kurator “Ohne Uns!”


Hinweisen möchten wir noch auf die Ausstellung Zwischen Aufbruch und Agonie – Die Dresdner Galerie Nord 1974-1991 in der SLUB am Zelleschen Weg (Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek). Die Eröffnung findet – zeitlich schön kompatibel – am 24. September um 17 Uhr im Vortragssaal der SLUB statt.

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