Gedenkstätte Bautzner Strasse

<em>Foto: Andreas Seeliger</em>

Foto: Andreas Seeliger


Der Ausstellungsteil erinnert an die Formen geheimpolizeilicher Repression gegenüber der „anderen Kultur“ in Dresden. An einem zentralen Ort der Macht, der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit, reflektieren die Beiträge der Künstlerinnen und Künstler in pointierter Weise über Norm und Abweichung, Kontrolle und Individualität sowie die Chancen künstlerischer Autonomie in staatlichen Systemen. Beteiligt sind Else (Twin) Gabriel, Rainer Görß, Susanne Hanus, Andreas Hegewald, Matthias Jackisch, Stefan Nestler, Ania Rudolph, Detlef Schweiger, Tobias Stengel, Gabriele Stötzer (ehem. Kachold), Nasan Tur und Martin Zet.

Figuren von Susanne Hanus

Figuren von Susanne Hanus

In der DDR gehörten die Akteure der künstlerischen Gegenkultur zu den inkriminierten Feindmilieus des SED-Staates. Vor allem der § 249 StGB, welcher den Straftatbestand der „Asozialität“ definierte, erwies sich als permanente Gefahr. Jenen Künstlern, die keine Lizenz als „freiberuflicher Künstler“ durch den Künstlerverband erhielten und kein Anstellungsverhältnis nachweisen konnten, drohte die offene Kriminalisierung. Ab Mitte der 1970er wurde zudem das Programm der „Zersetzung“ eingesetzt. Perfide Methoden kamen hierbei zur Anwendung – von der Inszenierung beruflicher Misserfolge über das Streuen von Gerüchten bis hin zum Erstellen falscher ärztlicher Gutachten.

Porträt eines ehemaligen Gefangenen

Porträt eines ehemaligen Gefangenen

In Zelle 3.15 zeigt Matthias Jackisch den Bericht eines ehemaligen Gefangenen und dessen Porträtskulptur ‚2. Mai bis 4. November 1975’

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