Motorenhalle – Rundgang IIHelge Leibergs »Komplexe Wege« (1989) zeigt in dem gestischen von Rot- und Schwarztönen dominierten Gemälde, zwei miteinander ringende Gestalten, die in intensiver Zwiesprache einen eigentümlichen Tanz aufzuführen scheinen. Leiberg hat sich schon in den späten 1970er Jahren mit der engen Wechselbeziehung von Tanz und Zeichnung in seinen v.a. grafischen, aber auch installativen Arbeiten auseinandergesetzt und gerade hier eine ganz eigene Formensprache entwickelt, um Bewegung und Dialog im zweidimensionalen Medium festzuhalten. Das Gemälde mit dem programmatischen Titel »Aufbruch« – übrigens Wolfram Adalbert Schefflers erstes Gemälde überhaupt, zuvor umfasste sein Werk neben installativen Arbeiten ausschließlich Grafiken – zeigt auf der Vorderseite des ›shaped canvas‹ zwei stark überzeichnete Halbfiguren, die vor einem kontrastreichen grellfarbigen Hintergrund abgebildet sind. Reinhard Sandners »Halbnixe« (1983) weist in ihrem expressiv-gestischen Malduktus auf die malerische Unbändigkeit eines Ernst Ludwig Kirchners hin, auch die Masken-Attribute, die der Elbjungfrau zugeordnet sind, erinnern an das Palau der KG Brücke. Lutz Fleischers »Trunkenes Paar« von 1981 steht in der Tradition der Dresdner Expressionisten um Ernst Ludwig Kirchner oder Karl Schmidt-Rottluff. Sein Liebespaar ist in einer urbanen Szenerie verortet, die grellen Farbakzente in Rot und Gelb vor der schwarzen Binnenzeichnung tauchen das Gemälde in eine apokalyptisch anmutende Atmosphäre. Wählten die BRÜCKE-Künstler häufig Motive aus der Dresdner Friedrichstadt als Sujet ihrer Gemälde, so ist auf dem Bild Fleischers die Bahnüberführung am Dammweg im Hechtviertel zu sehen. – Sein Liebespaar, nur schemenhaft als Rückenfiguren angedeutet, ist in einer urbanen Szenerie verortet, die grellen Farbakzente in Rot und Gelb vor der schwarzen Binnenzeichnung tauchen das Gemälde in eine apokalyptisch anmutende Atmosphäre. Fleischers Installation »Gelbe Erbsen mit Bauchspeck« (1988) gehört zu einer Reihe von Objekt-Arbeiten aus der »Roten Serie«. Das mit pink-roter Farbe gefüllte Einmachglas mit der Aufschrift »Gelbe Erbsen mit Bauchspeck« wird von dem Künstler unter einer Glasglocke präsentiert. Das an Marcel Duchamps Ready-Mades erinnernde Artefakt ist ironische Überhöhung und sarkastische Brechung zugleich: ›Real-Satire‹. Text: Gwendolin Kremer Abb. Wolfram Adalbert Scheffler: Aufbruch. 1981, Acryl auf Sperrholz, 175 x 240 cm, Sammlung des Künstlers Wolfram Adalbert Scheffler: Aufbruch. 1981, Rückseite, Collage aus Magazinseiten auf Sperrholz, 175 x 240 cm, Sammlung des Künstlers Reinhard Sandner: Halbnixe. 1983 Wolfram Adalbert Scheffler: Tod, Verwandlung und Maskierung. 1981, Acryl auf Leinwand, 120 x 120 cm, Sammlung des Künstlers |
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