“Hab ich Euch nicht blendend amüsiert?” – Gesprächsabende mit Susanne Altmann

Do 15.10. | 20 Uhr | Prager Spitze
Susanne Altmann im Gespräch mit Christine Schlegel und Else Gabriel

Christine Schlegel (*1950) und Else Gabriel (*1962) gehören zu jenen Künstlerinnen, die die subversive Avantgarde in Dresden in den 80er Jahren maßgeblich geprägt haben. Beide studierten zu unterschiedlichen Zeiten an der Hochschule für Bildende Künste und brachen mit experimentellen, spektakulären Filmen und Performances den verhärteten Kunstkanon jener Zeit auf. Darüberhinaus entwarfen sie ein Frauenbild, das mit verordneten Rollenklischees aufräumte und getrost als feministisch bezeichnet werden darf, ganz gleich, ob es absichtsvoll (Schlegel) oder eher intuitiv (Gabriel) entstand. Im Austausch mit der Kunsthistorikerin Susanne Altmann reflektieren sie ihre damalige Haltung, die Entwicklung einer weiblichen Bildsprache in der späten DDR und ihren Status in einer überwiegend von Männern dominierten Kunstszene. Der Gesprächsabend wird von Filmfragmenten aus Schlegels kreativen Kooperationen mit der Tänzerin Fine Kwiatkowski und aus Else Gabriels Aktionen im Kreise der Autoperforationsartisten flankiert.

<em>Feminismistischer Exkurs in der Prager Spitze, Foto: Andreas Seeliger</em>

Feministischer Exkurs in der Prager Spitze, Foto: Andreas Seeliger


Do 3.12. | 20 Uhr | Prager Spitze
Susanne Altmann im Gespräch mit Angela Hampel, Sigrun Hellmich und Heidemarie Dreßel (sezession’89)

Mit Angela Hampel, Sigrun Hellmich und Heidemarie Dreßel treffen drei Mitbegründerinnen der “Dresdner Sezession ’89” aufeinander. Als loser Gesprächs- und Aktionskreis in den späten 80er Jahren entstanden, bündelte die Sezession die Interessen von Künstlerinnen, die sich im männlich dominierten sowohl offiziellen wie auch inoffiziellen Kunstbereich ungenügend repräsentiert fanden. Mit der spektakuären Installation “INNEN AUSSEN” im März 1987 in der Dresdner Galerie Mitte gaben die späteren “Mütter der Sezession” ihren vieldsikutierten Einstand. Die Ablehnung vonseiten vieler Kollegen trug dazu bei, dass Absicht und Ziele einer künftigen Künstlerinnenvereinigung noch eindeutiger formuliert wurden und aktiv nach weiteren Mitstreiterinnen gesucht. Das Werk von Angela Hampel steht dabei exemplarisch und schon seit Beginn der 80er Jahre für die programmatische Suche nach einer radikal weiblichen Bidlsprache, die durch Elemente aus Punk- und anderen Subkulturen noch verschärft wurde. Im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Susanne Altmann wird auch zur Sprache kommen, wie entscheidend das Erscheinen von Christa Wolfs Essay “Kassandra” (1983) die bildnerische Selbstfindung von Frauen bestimmt hat.